| Auftragsart | Gesamtleistungswettbewerb in Kooperation mit Künzli Davos AG |
| Programm | 36 Alterswohnungen und Jugendräume |
| Standort | Bellikonerstrasse, Widen |
| Bauherrschaft | Reformierte Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen |
| Geschossfläche | 4'749 m² |
| Gebäudevolumen | 14'304 m³ |
| Termine | Wettbewerb 2025 |
Die Landschaft um das Waldstübli wird als Abfolge unterschiedlicher Massstäbe gelesen: von der Waldkulisse über die kleinteilige Wohnbebauung bis zu den feingliedrigen Gartenstrukturen. Der Neubau führt diese räumliche Folge fort und vermittelt zwischen öffentlichem Zentrum und angrenzendem Wohnquartier. Als dritter Baustein ergänzt er Bibliothek und Kirche zu einem Ensemble und fasst mit ihnen den gemeinsamen Quartierplatz. Seine schlanke, längliche Form und die zurückhaltende Höhenentwicklung orientieren sich an den Wohnhäusern entlang des Waldrands.
Der Freiraum entwickelt sich vom Quartierplatz über den Waldrand bis zu den privaten Gärten. Im Norden verbindet ein gemeinsamer Platz Bibliothek, Alterswohnen und Kirche. Bestehende Platanen und das charakteristische Belagsmuster werden aufgenommen und durch einen Kiesplatz mit Pavillon ergänzt. Nach Osten öffnet sich der Aussenraum zum gestuften Waldrand; im Westen bildet eine parkartige Wohnlandschaft mit Solitärbäumen, Strauchgruppen und Versickerungsmulden einen grünen Puffer zu den Einfamilienhäusern. Ein fein abgestuftes Wegnetz erschliesst das Areal und verbindet Aufenthaltsorte, Treffpunkte und Zugänge.
Konstruktiv folgt der Neubau einer einfachen, wiederholbaren Ordnung. Sockelgeschoss und Fundament werden in Mauerwerk und Beton ausgeführt, die darüberliegenden Geschosse als reiner Holzbau. Ein stringentes Tragwerksraster ermöglicht einen hohen Grad an Vorfertigung, kurze Bauzeiten und flexible Grundrisse. Die Gebäudetechnik fügt sich mit übereinanderliegenden Steigzonen und kurzen Leitungswegen in diese Struktur ein. Eine vollflächige Photovoltaikanlage auf dem Dach trägt zur Eigenstromversorgung bei.
Die konstruktive Gliederung bestimmt zugleich den Ausdruck des Hauses. Helles, heimisches Holz prägt die Fassaden, vertikale Lisenen rhythmisieren die langen Flächen und ein markanter Dachrand schützt die Holzkonstruktion. Im Inneren bleiben Unterzüge und Stützen aus Fichtenholz sichtbar. Gefärbte Glattputze, dunkel eingefärbte Anhydritböden und keramische Platten in stärker beanspruchten Bereichen ergänzen die Holzkonstruktion. Wenige, robuste Materialien schaffen so eine dauerhafte Grundlage für das alltägliche Wohnen.