gfenn

Programm

Neubau von zwei Mehrfamilienhäuser mit 8 Wohnungen

Standort

Schulweg, Dübendorf

Bauherrschaft

WMP Baurealisation AG

Planung

einsarchitekten AG

Parzellenfläche

1'164 m²

Geschossfläche

1'825

Gebäudevolumen

4'011 m³

Der Weiler Gfenn liegt zwischen Volketswil und Dietlikon am Übergang von Siedlung zu offener Landschaft. Dorfstruktur und Feld stossen hier unmittelbar aufeinander. Entlang des Schulwegs zeigen sich asphaltierte Strassen, vorgelagerte Gärten und chaussierte Nebenwege, die in Wiesen und Böschungen übergehen. Das markante Schulhaus bildet den topografischen Abschluss eines sanft ansteigenden Hügels und ist weithin sichtbar. Landwirtschaftliche Bauten, Scheunen und Wohnhäuser unterschiedlicher Jahrzehnte prägen das heterogene Gefüge. Der Ort vereint dörfliche Elemente mit Einflüssen der Agglomeration und bewahrt dennoch eine eigenständige Identität. Der Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern reagiert auf diese Situation mit zurückhaltender Setzung und einfacher Geometrie. Die Volumen stehen leicht verdreht zueinander und schmiegen sich an die Hügellinie. In ihrer Höhe treten sie gegenüber dem Schulhaus zurück und übernehmen dessen Rolle als räumliche Kante nicht. Satteldächer mit feinen Schleppgauben folgen dem natürlichen Geländeverlauf und nehmen Bezug auf ortstypische Dachformen. Die klare Kubatur wird durch einen mineralischen Sockel gegliedert, der die Gebäude im Terrain verankert. Die Adressierung orientiert sich an der gewachsenen Struktur des Weilers. Zugänge erfolgen über Gassen, Vorgärten und schmale Wege, wie sie in der Umgebung üblich sind. Zwischen dörflicher Bebauung und landwirtschaftlicher Nutzung entsteht ein fliessender Übergang. Mauern, Böschungen und Vegetation strukturieren die Freiräume und stärken die Beziehung zur Topografie. Materialisierung und Gliederung leiten sich aus regionalen Bautypologien ab. Ein massiver, verputzter Sockel trägt eine leichtere Wohnebene in Holzbauweise. Fenstersimse, Balkone und Veranden bilden Übergangszonen zwischen Innen und Aussen und greifen Motive traditioneller Bauernhäuser auf. Die horizontale Schichtung aus Putz und Holz schafft Lesbarkeit und Massstab. Anstelle formaler Neuinterpretationen wird auf vorhandene Proportionen und Bauelemente zurückgegriffen. Durch Aufnehmen, Variieren und Neuordnen entsteht eine kontinuierliche bauliche Erzählung, die den Charakter des Ortes weiterführt, ohne ihn zu reproduzieren. Das Ensemble versteht sich als ruhige Ergänzung im Spannungsfeld zwischen Dorf und Landschaft – verankert in der Topografie und offen für zeitgemässe Nutzung.