| Programm | Restaurant und Hotellerie mit 17 Zimmern, Totalsanierung und Ersatzneubau |
| Standort | Gotthardstrasse, Andermatt |
| Bauherrschaft | Stiftung Altkirch |
| Planung | einsarchitekten AG |
| Parzellenfläche | 1'011 m² |
| Geschossfläche | 1'414 m² |
| Gebäudevolumen | 4'011 m³ |
Andermatt liegt als Hochtal nahe der Gipfel und erscheint in unmittelbarer Beziehung zum Himmel. Die alpine Landschaft ist geprägt von grauen und beigen Gesteinen, orange gesprenkelten Felsstrukturen, satten Wiesen und dunklen Tannen. Die Farbigkeit wirkt zurückhaltend und dauerhaft. Bauten reagieren hier auf starke Witterung, grosse Temperaturschwankungen und lange Winter. Der Ort dient gleichermassen der Erholung wie auch sportlichen Nutzungen und besitzt einen eigenständigen Charakter zwischen Passlandschaft und Siedlung. Bestand und Erweiterung werden zu einer zusammenhängenden Einheit geführt. Eine einheitliche Dachhaut und durchgängige Spenglerarbeiten verbinden die Baukörper zu einer gemeinsamen Silhouette. Ein gebrochenes Grün bildet die Grundfarbe beider Volumen und nimmt Bezug auf Vegetation und Gestein. Der Neubau wird durch eine feine Holzlattung differenziert, ohne sich vom Gesamtbild zu lösen. Ziel ist ein Gebäude, das sich über die Jahreszeiten hinweg ruhig in das Ortsgefüge einordnet. Der historische Bestand – das Hotel Altkirch – trotzt seit Jahrzehnten Wind, Schnee und starken Temperaturschwankungen. Seine Präsenz ist Teil der lokalen Erinnerungsschicht und erzählt von der Entwicklung des Passortes als Aufenthalts- und Durchgangsort. Unmittelbar daneben steht eine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, einer der bedeutendsten romanischen Sakralbauten des Kantons Uri. Südlich schliessen militärische Anlagen des 19. Jahrhunderts an. Diese Überlagerung verschiedener Epochen verleiht dem Ort Tiefe und Massstab. Die Erweiterung sucht daher nicht nach Dominanz, sondern nach Anschlussfähigkeit. Historische Motive werden nicht kopiert, sondern in Proportion, Materialwahl und Volumen neu interpretiert. So entsteht ein Gefüge, das Vergangenheit und Gegenwart in ein sachliches Verhältnis setzt. Die Dachlandschaft entwickelt sich aus einfachen geometrischen Körpern. Der bestehende Bau erscheint als klar gefasstes Volumen mit pyramidalem Abschluss, der Anbau als länglicher Quader. Durch die Angleichung der Dachflächen entsteht ein zusammenhängendes Ganzes, das beide Teile lesbar belässt und dennoch verbindet. Die Materialwahl folgt dem rauen Klima des Standorts. Massive Wandaufbauten und mineralische Oberflächen sichern Dauerhaftigkeit. Der Anbau wird in robustem Mauerwerk ausgeführt und mit Putzflächen kombiniert. Metallene Elemente setzen präzise Akzente und strukturieren Öffnungen und Kanten. Das Gebäude versteht sich als ruhiger Körper im Gefüge der Berge – widerstandsfähig, reduziert und im Dialog mit seiner Umgebung.